Zahnrad-Modul erklärt

Veröffentlicht 2026-08-26 · aktualisiert 2026-09-05

Redaktion: GenerateSTL

Das Zahnrad-Modul ist der Teilkreisdurchmesser geteilt durch die Zähnezahl: m = d / z, angegeben in Millimetern. Es beschreibt die Zahngröße. Dieser Ratgeber zeigt, wie du damit ein Stirnradpaar dimensionierst, Zollangaben mit Diametral Pitch umrechnest und ein vorhandenes Zahnrad vermisst. Die Beispiele gelten für unveränderte Standard-Stirnräder; besondere Zahnformen brauchen zusätzliche Prüfungen.

Stirnrad im GenerateSTL-Viewer mit Modul, Zähnezahl und Kopfdurchmesser in der Statusleiste
Generator mit diesen Werten öffnen →Der Guide beschreibt das Beispiel, der Generator führt es aus.

Teilkreis und Außendurchmesser auseinanderhalten

Der Teilkreis ist der Bezugs-Kreis der Verzahnung. Er liegt bei einem außenverzahnten Stirnrad unter den Zahnspitzen. Ein Rad mit 20 Zähnen und Modul 2 hat 40 mm Teilkreisdurchmesser. Sein Außendurchmesser ist größer. Wer beide Maße verwechselt, berechnet trotz genauer Messung das falsche Modul.

KHK unterscheidet bei den Zahnradmaßen zwischen Standard-Stirnrädern, profilverschobenen Rädern und Schrägrädern. Die folgenden einfachen Formeln gelten für außenverzahnte Standard-Stirnräder mit voller Zahnhöhe und ohne Profilverschiebung. Ein Radpaar braucht außerdem denselben Eingriffswinkel und ein kompatibles Zahnprofil.

Die Formeln für Standard-Stirnräder

Setze Durchmesser und Achsabstände in Millimetern ein. Das Beispiel verwendet Modul 2 und 20 Zähne. Der Fußkreisdurchmesser beschreibt hier die Standard-Bezugsgeometrie; die genaue Form des Zahnfußes hängt zusätzlich von Rundung und Herstellungsverfahren ab.

Umgekehrt ergeben 40 mm Teilkreisdurchmesser geteilt durch 20 Zähne das Modul m = 40 / 20 = 2 mm. Dafür wird der Teilkreis verwendet, nicht der 44-mm-Außendurchmesser.

GrößeFormelm = 2, z = 20
Teilkreisdurchmesser dm × z40 mm
Kopfkreisdurchmesser dam × (z + 2)44 mm
Bezugs-Fußkreisdurchmesser dfm × (z − 2,5)35 mm
Teilung pπ × m6,283 mm
Achsabstand zu einem Rad mit 40 Zähnenm × (20 + 40) / 260 mm
Bemaßte Bezugskreise eines Zahnrads mit Modul 2 und 20 Zähnen: Teilkreisdurchmesser 40 mm und Kopfkreisdurchmesser 44 mm
Berechnete Bezugsgeometrie eines Standard-Stirnrads ohne Profilverschiebung: d = 2 × 20 = 40 mm und da = 2 × (20 + 2) = 44 mm. Die Kreise zeigen nominale Maße, kein gedrucktes oder lastgeprüftes Zahnrad.

Diametral Pitch: Zollangaben richtig umrechnen

Diametral Pitch, kurz DP, gibt die Zähnezahl pro Zoll Teilkreisdurchmesser an. Das Modul bezieht sich dagegen auf Millimeter pro Zahn. Deshalb gilt m = 25,4 / DP und DP = 25,4 / m. Ein größeres Modul bedeutet größere Zähne, ein größerer DP-Wert kleinere Zähne. Die Teilung entlang des Teilkreises ist nochmals eine andere Größe: π mal Modul.

16 DP entsprechen 25,4 / 16 = 1,5875 mm Modul. Bei 32 Zähnen entstehen 50,8 mm Teilkreisdurchmesser, also genau 2 Zoll. Runde beim Nachbauen eines Partners nicht auf Modul 1,5 ab; damit würdest du die Zahnteilung verändern.

Der Modul- und DP-Rechner übernimmt die Umrechnung. Er kann damit weder den Eingriffswinkel identifizieren noch eine ungewöhnliche Zahnform erkennen.

Bei einer Zeichnung mit 12 DP gilt m = 25,4 / 12 = 2,11666… mm. Rechne mit der verfügbaren Genauigkeit weiter und runde erst den angezeigten Wert.

Diametral PitchModulTeilkreisdurchmesser bei 32 Zähnen
32 DP0,79375 mm25,4 mm
24 DP1,05833… mm33,8667 mm
16 DP1,5875 mm50,8 mm
12 DP2,11666… mm67,7333 mm

Ein vollständiges Radpaar: 20 treibt 40 Zähne an

Wähle Modul 2, für beide Räder 20° Eingriffswinkel und keine Profilverschiebung. Die Teilkreisdurchmesser sind 40 und 80 mm. Die Summe ihrer Radien ergibt 60 mm nominalen Achsabstand. Treibt das kleine Rad an, dreht sich das große Rad mit halber Drehzahl in Gegenrichtung. Das Übersetzungsverhältnis von 2:1 bleibt bei einer gemeinsamen Moduländerung gleich.

Erzeuge beide Räder im Stirnrad-Generator. Mit dem Achsabstandsrechner überprüfst du die Positionen im Gehäuse. Radbreite, Wellenpassung und Laufspiel müssen gesondert festgelegt werden; ein rechnerischer Achsabstand kalibriert keinen Drucker.

Das Modul eines vorhandenen Zahnrads abschätzen

Zähle die Zähne und miss an mehreren unbeschädigten Stellen über die Spitzen. Für ein unverschobenes Standard-Stirnrad gilt näherungsweise m = da / (z + 2). Bei 22 Zähnen und 48 mm Außendurchmesser ergibt sich 48 / 24 = 2 mm. Prüfe diese Vermutung am Gegenrad, Achsabstand und Eingriffswinkel.

Verschleiß, Kopfkürzung, Profilverschiebung und besondere Zahnhöhen können das Ergebnis verfälschen. Bei Schrägrädern fehlen zusätzlich Schrägungswinkel und Modulsystem. Ein krummer Messwert allein beweist deshalb kein Zoll-Rad.

Modul und Druckbarkeit gemeinsam prüfen

Ein größeres Modul erzeugt bei gleicher Zähnezahl größere Zahnmerkmale. Ein allgemeines druckbares Mindestmodul gibt es aber nicht. Düse, Linienbreite, Schichthöhe, Material und Belastung zählen mit. Prusas Konstruktionshinweise erläutern, warum Geometrie und Ausrichtung im Slicer geprüft werden müssen.

Kontrolliere zuerst die Werkzeugbahnen an Flanke und Zahnfuß. Fehlt ein dünnes Merkmal bereits im Slicer, helfen mehr Füllung oder eine andere Farbe nicht. Bei einem Ersatzrad müssen Modul und Eingriffswinkel zum vorhandenen Antrieb passen; passe dafür den Fertigungsprozess an.

Der Ratgeber Zahnräder 3D-drucken führt durch einen Passungstest. Bei Sonne, Hohlrad und Planeten kommen weitere Bedingungen hinzu, die der Planetengetriebe-Ratgeber erklärt.

Zwei Stirnräder mit 24 Zähnen nebeneinander, links Modul 1, rechts Modul 3
Gleiche Zähnezahl, anderes Modul: 24 Zähne mit Modul 1 (links) und Modul 3 (rechts). Das Modul bestimmt die Größe jedes Zahns und damit das ganze Rad.

Grenzen bei Schrägrädern und Profilverschiebung

Schrägräder unterscheiden Normalmodul und Stirnmodul. Der Teilkreisdurchmesser ergibt sich aus dem Stirnmodul; die Umrechnung vom Normalmodul benötigt den Schrägungswinkel. Bei Kegelrädern müssen Bezugskegel und Messstelle bekannt sein. Die einfache Außendurchmesser-Formel darfst du darauf nicht ungeprüft übertragen.

Eine Profilverschiebung verändert Zahndicke und Kopf-/Fußgeometrie. Beim Radpaar kann dadurch auch ein anderer Betriebsachsabstand nötig werden. Sie ist kein allgemeiner Regler für Druckspiel. Die entsprechenden KHK-Berechnungen trennen diese Fälle.

Häufige Fragen

Sind Modul und Teilung dasselbe?

Nein. Das Modul ist d / z in Millimetern. Die Teilung am Teilkreis beträgt π mal Modul. Diametral Pitch zählt Zähne pro Zoll Teilkreisdurchmesser.

Kann ich das Modul außen am Zahnrad messen?

Für ein unverändertes Standard-Stirnrad lässt es sich aus m = da / (z + 2) abschätzen. Verschleiß, Profilverschiebung, Schrägverzahnung und besondere Zahnhöhen können die Näherung ungültig machen.

Ist ein größeres Modul automatisch belastbarer?

Nein. Bei gleicher Zähnezahl werden die Zahnmerkmale größer. Ob das gedruckte Rad funktioniert, hängt außerdem von Material, Breite, Ausrichtung, Zahnfuß, Drehzahl und Last ab.

Reicht gleiches Modul für zwei passende Zahnräder?

Nein. Eingriffswinkel und Zahnsystem müssen ebenfalls passen. Achsabstand, Profilverschiebung, Interferenzen und Fertigungsspiel brauchen zusätzliche Prüfungen.

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